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James-Webb-Weltraumteleskop entdeckt 27 kleine Himmelskörper jenseits von Neptun
Das James-Webb-Weltraumteleskop hat 27 kleine Himmelskörper im äußeren Sonnensystem entdeckt. Bei 13 davon liefern Farbmessungen mit den Weltraumteleskopen Hubble und Webb Hinweise auf ihre Entstehungsregionen.
Das James-Webb-Weltraumteleskop hat 27 kleine Himmelskörper entdeckt, die jenseits des Planeten Neptun um die Sonne kreisen. Für 13 davon liegen auch Messungen des Hubble-Weltraumteleskops vor. Ihre Farben könnten Hinweise darauf geben, in welchen Regionen des frühen Sonnensystems sie entstanden sind.
Solche Körper heißen transneptunische Objekte – wörtlich: Objekte jenseits von Neptun. Selbst die beiden Weltraumteleskope erkennen auf ihnen keine Krater oder Landschaften. In den Aufnahmen bleiben sie lichtschwache Punkte.
Die Entdeckung gelang Webb in einem nur 0,05 Quadratgrad großen Himmelsfeld. Dafür kombinierten die Forschenden viele Aufnahmen so, dass das schwache Signal eines bewegten Objekts gegenüber dem zufälligen Bildrauschen deutlicher hervortrat.
13 dieser Objekte ließen sich auch in den nahezu zeitgleich aufgenommenen Hubble-Daten nachweisen. Webb maß ihr nahinfrarotes Licht, Hubble das sichtbare. Aus dem Helligkeitsverhältnis verschiedener Wellenlängen entsteht ihre wissenschaftliche „Farbe“. Gemeint ist kein aufgelöstes Farbfoto und keine direkte Stoffanalyse, sondern ein Messwert, der Hinweise auf die Oberfläche geben kann.
Dabei zeigten sich zwei Gruppen. Dynamisch „kalte“ Objekte bewegen sich auf vergleichsweise kreisförmigen, wenig geneigten Bahnen. Dynamisch „heiße“ Objekte besitzen stärker geneigte oder elliptische Bahnen. Die Begriffe beschreiben die Umlaufbahnen, nicht die Temperatur.
Die Farbmessungen der kleinen dynamisch kalten Objekte folgten demselben engen Muster wie die Messungen größerer Körper dieser Gruppe. Die dynamisch heißen Objekte zeigten dagegen eine breitere Farbverteilung, ebenfalls ähnlich ihren größeren Verwandten. Die Farbmuster scheinen sich demnach bis zu kleineren Körpern fortzusetzen.
Das ist interessant, weil häufige Zusammenstöße die Oberflächen kleiner Objekte im Lauf der Zeit stärker hätten verändern können. Die Messungen passen stattdessen zu der Möglichkeit, dass ihre Farben noch etwas über unterschiedliche Entstehungsorte im frühen Sonnensystem verraten.
Mehr als eine Möglichkeit ist das zunächst nicht. Die Farbstudie umfasst 13 Objekte aus einem einzigen kleinen Himmelsfeld. Alle bleiben unaufgelöste Lichtpunkte; ihre Oberflächen wurden nicht direkt abgebildet. Ob die Farbmuster seit der Entstehung erhalten blieben und was das ermöglicht hätte, ist offen. Es könnte weniger Zusammenstöße gegeben haben als erwartet – oder die Oberflächen könnten ihre ursprünglichen Eigenschaften trotz solcher Kollisionen bewahrt haben.
Selbst das wenige Licht reicht aus, um mögliche Spuren der Entstehung dieser Himmelskörper zu untersuchen.
Quellen
- NASA: Hubble und Webb untersuchen kleine transneptunische Objekte, veröffentlicht am 8. September und aktualisiert am 9. September 2026
- The Astronomical Journal: Combined JWST and HST Deep Imaging to Characterize the Smallest Known Trans-Neptunian Objects · Autorenabstract
- The Astronomical Journal: The Luminosity Function of Ultra-Faint Trans-Neptunian Objects Detected by JWST · Autorenabstract
Quellenstand: 10. September 2026.