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Spectrum: Was zwischen verlorenem Erstflug und erfolgreichem zweitem Flug geändert wurde

Isar Aerospaces erste Spectrum-Rakete ging nach rund 30 Sekunden verloren. Die Untersuchung führte zu konkreten Änderungen; der zweite Flug erreichte am 5. September 2026 den Orbit.

Isar Aerospace ist ein deutsches Raumfahrtunternehmen; Spectrum ist seine zweistufige Trägerrakete für kleine und mittlere Satelliten. Beim ersten Testflug am 30. März 2025 erhielt die Rakete nach ungefähr 30 Sekunden einen Abbruchbefehl und stürzte antriebslos ins Meer. Das Flugsicherheitssystem arbeitete laut Untersuchung wie vorgesehen, eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestand nicht.

Als auslösende Ereignisse nennt der vom Unternehmen veröffentlichte Untersuchungsstand ein unbeabsichtigt geöffnetes Entlüftungsventil und den Verlust der Lagekontrolle zu Beginn eines Rollmanövers. Lagekontrolle bezeichnet die Systeme, die Ausrichtung und Drehbewegung der Rakete steuern. Die Untersuchung wurde nach Angaben von Isar Aerospace innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen und mit der norwegischen Luftfahrtbehörde besprochen.

Das Unternehmen passte anschließend die Software für den konkreten Flugablauf an, plante größere Sicherheitsreserven für Umweltbedingungen ein und stärkte die Widerstandsfähigkeit der Steuerung. Vor dem zweiten Flug kamen ausgetauschte Komponenten, Prüfungen einzelner Bauteile und vollständiger Raketenstufen sowie eine komplette Betankungsprobe hinzu.

Am 5. September 2026 erreichte die zweite Spectrum den Orbit und setzte Nutzlasten aus. Die ESA bezeichnet den Flug als ersten erfolgreichen Orbitalstart aus Kontinentaleuropa.

Man darf daraus nicht die bequeme Heldengeschichte bauen, der erste Fehlschlag habe den zweiten Erfolg allein verursacht. Belegt ist etwas Nützlicheres: Der erste Flug lieferte konkrete Fehlerdaten, daraus entstanden benannte technische Änderungen, und diese waren ein Teil der Vorbereitung auf den erfolgreichen zweiten Versuch.

Ein guter Test beweist nicht immer, dass ein System funktioniert. Manchmal zeigt er präzise genug, weshalb es das noch nicht tut. Das ist weniger fotogen, aber für Entwicklung meist die bessere Information.

Quellen

Quellenstand: 9. September 2026.