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Eine sichtbare Aufgabentafel kann koordinieren, ohne jemanden anzurufen

Stigmergie erklärt, wie sichtbare Arbeit den nächsten sinnvollen Schritt auslösen kann – ohne zentrale Ansage.

Stigmergie bezeichnet indirekte Koordination über sichtbare Veränderungen in einer gemeinsamen Umgebung. Der Begriff entstand 1959 bei der Untersuchung von Termiten: Es gibt keinen zentralen Bauleiter. Der vorhandene Zustand des Baus gibt den nächsten Impuls.

Übertragen auf menschliche Zusammenarbeit lässt sich das Prinzip etwa in einem Kanban-Board wiedererkennen – einer sichtbaren Aufgabentafel mit Spalten wie offen, in Arbeit und erledigt. Auch der sichtbare Zustand eines gemeinsamen Repositorys, also eines Speichers für Quellcode samt Änderungshistorie, kann diese Funktion übernehmen. Andere sehen, was erledigt, blockiert, geprüft oder noch offen ist, und können daran anschließen.

Das ist eine redaktionelle Analogie, kein Beweis, dass Teams wie Termiten funktionieren. Nützlich bleibt sie: Gute gemeinsame Artefakte speichern einen Teil der Koordination. Schlechte erzeugen dekorative Kästchen – und anschließend doch ein Meeting.

Wikipedia: Stigmergie

Quellenstand: 5. September 2026.