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Auf der Venus dauert eine Drehung länger als ein Venusjahr

Gemeint ist die Drehung relativ zu den Sternen. Am Venushimmel kehrt die Sonne dagegen schon nach rund 117 Erdtagen an dieselbe Stelle zurück.

Radar-Beobachtungen von 2006 bis 2020 bestimmen die mittlere Rotationsdauer des Planeten Venus auf 243,0226 Erdtage. Für ihre Bahn um die Sonne braucht Venus nur rund 225 Erdtage. Ihr siderischer Tag — eine vollständige Drehung relativ zu den fernen Sternen — ist damit länger als ihr Jahr.

Die Messung ergibt 243,0226 ± 0,0013 Erdtage. Zugleich schwankte die Rotationsdauer des festen Planeten im Beobachtungszeitraum um ungefähr 20 Minuten. Die Nachkommastellen beschreiben daher einen Mittelwert, keine dauerhaft sekundengenaue Uhr.

Warum der Sonnentag trotzdem kürzer ist

Ein solarer Tag misst die Zeit von einer bestimmten Sonnenstellung bis zu ihrer nächsten Wiederkehr — etwa von einem lokalen Mittag bis zum nächsten. Auf Venus dauert er rund 116,75 Erdtage, gerundet etwa 117 Tage. Das ist nicht mit der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gleichzusetzen.

Der Unterschied entsteht aus Umlauf und Rotation. Venus rotiert um ihre eigene Achse entgegengesetzt zur Rotationsrichtung der meisten anderen Planeten; Astronomen nennen das retrograd. Während der Planet sich dreht, bewegt er sich zugleich auf seiner Bahn um die Sonne. Deshalb kehrt die Sonne nach rund 117 Erdtagen an dieselbe Stelle des Venushimmels zurück, obwohl eine volle Drehung relativ zu den Sternen rund 243 Tage dauert.

Die populäre Aussage „Auf Venus ist ein Tag länger als ein Jahr“ stimmt also nur, wenn mit „Tag“ die siderische Rotation gemeint ist.

Quellen

Quellenstand: 25. September 2026.