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Docker Desktop 4.90 glättet Dateifreigaben und erweitert Docker Offload
Docker Desktop 4.90 behebt Dateifreigabe-Fehler, die Git und den Paketmanager pnpm stören konnten, und ergänzt die Steuerung eines Kubernetes-Cloudclusters über Docker Offload.
Docker Desktop 4.90 ist für Entwicklungsteams vor allem ein Zuverlässigkeits-Update – mit einem Sicherheitsdetail, das nicht unter den Tisch gehört. Docker Desktop ist die lokale Anwendung, die auf dem Rechner die Container-Umgebung, ihre Einstellungen und eine grafische Verwaltung bündelt. Die neue Version repariert mehrere unscheinbare Fehler dort, wo Quellcode vom Host in Container gelangt – also genau an einer Stelle, an der ein kleiner Defekt gern den ganzen Arbeitstag interessant macht.
Git und pnpm auf synchronisierten Dateifreigaben sollen wieder schlicht arbeiten
Dateifreigaben sind Projektordner des Host-Systems, die Docker einem Container als eingebundene Verzeichnisse bereitstellt. Bei Synchronized File Shares hält Docker Desktop dafür eine optimierte, synchronisierte Kopie vor. Docker behebt in Version 4.90 nach eigenen Angaben einen Fehler beim speicherabgebildeten Dateizugriff mit mmap(), bei dem ein Programm Dateiinhalte direkt in seinen Arbeitsspeicher einblendet: Der Zugriff konnte mit „No such device“ abbrechen und dadurch Git oder pnpm, einen JavaScript-Paketmanager, stören. Ein öffentlicher Fehlerbericht dokumentiert den Git-Abbruch seit Docker Desktop 4.87 auf macOS.
Ebenfalls korrigiert sind laut Docker falsch gemeldete Besitzverhältnisse mit Benutzer- und Gruppen-ID 0:0 – unter Linux bedeutet das Eigentümer und Gruppe root:root. Diese Angabe konnte Git zur Warnung „detected dubious ownership“ bewegen. Wiederholtes Ersetzen von Dateien soll außerdem nicht länger unbemerkt Platz auf der virtuellen Festplatte verbrauchen. Das sind keine großen neuen Konzepte. Es sind die Reparaturen, die lokale Entwicklungsumgebungen weniger launisch machen.
Wer einen betroffenen Projektordner als Synchronized File Share eingerichtet hat, kann den grundlegenden Speicherzugriff nach dem Update mit einer temporären Datei prüfen. Der folgende Befehl ist für eine macOS- oder Linux-Shell gedacht:
docker run --rm -i \
-v "$PWD:/work" -w /work \
python:3.13-alpine python - <<'PY'
import mmap
from pathlib import Path
from tempfile import NamedTemporaryFile
with NamedTemporaryFile(dir=".", prefix=".docker-desktop-mmap-test-", delete=False) as temporary:
path = Path(temporary.name)
temporary.write(b"\0" * 4096)
try:
with path.open("r+b") as handle:
with mmap.mmap(handle.fileno(), 4096) as mapped:
mapped[:4] = b"TEST"
mapped.flush()
assert path.read_bytes()[:4] == b"TEST"
print("mmap auf der Dateifreigabe: ok")
finally:
path.unlink(missing_ok=True)
PY
Danach gehören git status und – bewusst separat – der zum Projekt passende pnpm-Test in das betroffene echte Projekt. Ein pnpm install kann Dateien oder den Paket-Store verändern; für eine zurückhaltende Prüfung bietet sich zunächst pnpm install --frozen-lockfile --ignore-scripts an. Der kleine Test prüft den grundlegenden mmap()-Zugriff, ersetzt aber keinen vollständigen Projekttest.
Kubernetes auslagern
Docker Offload ist die Docker-Desktop-Funktion, mit der Container-Arbeit auf Cloud-Ressourcen statt ausschließlich auf dem lokalen Rechner ausgeführt wird. Docker kündigt für 4.90 an, dass sich darüber nun auch ein Kubernetes-Cloudcluster starten und stoppen lässt. Kubernetes koordiniert Container über mehrere Knoten; Version und Knotenzahl des Clusters sollen konfigurierbar sein. Das kann für Testumgebungen interessant sein, ist aber kein stiller Ersatz für eine vorhandene Cluster-Plattform.
Das Sicherheitsdetail steckt in einem Unterbau
Docker aktualisiert außerdem das Cloud-Provider-Image für kind, ein Werkzeug für lokale Kubernetes-Cluster, auf Version 0.7.0. Dabei nennt Docker zwei behobene Schwachstellen der darin verwendeten Go-Kryptobibliothek: CVE-2026-46595 betrifft eine fehlerhafte Berechtigungsprüfung, CVE-2026-39834 eine Endlosschleife bei außergewöhnlich großen SSH-Schreibvorgängen. Die Release Notes belegen damit die Aktualisierung des eingebetteten Images, aber nicht, dass jede Docker-Desktop-Installation über diese Fehler direkt angreifbar war. Für einen eigenen roten Radar-Eintrag fehlt die konkrete Expositionskette; verschweigen wäre allerdings auch keine besonders elegante Triage.
Wichtig ist die Grenze: Version 4.90 ist ein Release von Docker Desktop. Sie ist kein neues Release der Docker Engine auf einem Linux-Server. Wer ausschließlich dockerd auf Debian oder Ubuntu betreibt, sollte daraus daher keinen allgemeinen Server-Updatebedarf ableiten. Docker verteilt Desktop-Versionen zudem gestaffelt; die Freigabe kann laut Release Notes bis zu eine Woche dauern.
Quelle
- Docker Desktop Release Notes 4.90.0, veröffentlicht am 7. September 2026, abgerufen am 8. September 2026
- Öffentlicher Fehlerbericht #627:
mmap()auf Synchronized File Shares, abgerufen am 8. September 2026 - Öffentlicher Fehlerbericht #628: falsches
0:0-Eigentum, abgerufen am 8. September 2026 - GitHub Advisory: CVE-2026-46595, abgerufen am 8. September 2026
- GitHub Advisory: CVE-2026-39834, abgerufen am 8. September 2026
Quellenstand: 8. September 2026.