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Die älteste bekannte Kundenbeschwerde beanstandete Kupfer
Vor fast 4.000 Jahren beanstandete Nanni die Qualität gelieferter Kupferbarren und den Umgang eines Händlers mit seinem Boten. Die Beschwerde blieb auf Ton erhalten.
Ein 11,6 Zentimeter hohes Stück Ton bewahrt, soweit bekannt, die älteste schriftliche Kundenbeschwerde. Um 1750 vor Christus ließ ein Mann namens Nanni in der mesopotamischen Stadt Ur eine Nachricht an den Kupferhändler Ea-nāṣir schreiben.
Der Anlass wirkt erstaunlich modern: Nanni beanstandete Kupferbarren minderer Qualität und beklagte, sein Bote sei schlecht behandelt worden. Laut der überlieferten Beschwerde hatte Nanni bezahlt, das beanstandete Kupfer aber nicht angenommen.
Die Nachricht wurde auf Akkadisch in Keilschrift verfasst. Akkadisch ist die Sprache; Keilschrift ist das Schriftsystem, dessen Zeichen mit einem Griffel in weichen Ton gedrückt wurden. Die Tafel war also keine antike Online-Bewertung, sondern ein gewöhnlicher Geschäftsbrief auf dem damals verfügbaren Datenträger.
Entscheidend ist das Wort bekannt. Der Fund beweist weder, dass Nanni die Kundenbeschwerde erfand, noch dass zuvor niemand schriftlich über schlechte Ware klagte. Es ist lediglich die älteste bislang erhaltene und als solche identifizierte schriftliche Kundenbeschwerde.
Schlechter Wareneingang, barscher Händler, schriftliche Eskalation: Das Beschwerdemanagement brauchte offenbar keine App.
Quellen
Quellenstand: 10. September 2026.